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Masleniza in der Ukraine: Geschichte, Traditionen und wichtige Termine

     Masleniza (ukrainisch: Масниця oder Масляна, auch bekannt als Сирна седмиця / Käsewoche oder Колодій) ist eines der fröhlichsten und genussvollsten Volksfeste der Ukraine. Die einwöchige Feier verabschiedet den Winter, begrüßt den nahenden Frühling und dient als letzte Genussphase vor der strengen Großen Fastenzeit. Masleniza verbindet heidnische Wurzeln mit christlichen Elementen und legt Wert auf Familientreffen, reichlich Essen (insbesondere Milchprodukte und Pfannkuchen), Vergebung und fröhliche Rituale.

Historischer Hintergrund von Masleniza

Masleniza in der Ukraine: Geschichte, Traditionen und wichtige Termine

     Die Ursprünge von Masleniza reichen bis in die vorchristliche slawische Zeit zurück, wahrscheinlich um das 4. Jahrhundert n. Chr. oder früher. Ursprünglich war es ein Frühlingsfest zur Tagundnachtgleiche, das die Rückkehr der Sonne, das Ende des Winters und die Erneuerung der Natur feierte. Runde, goldene Pfannkuchen (oder ähnliche Fladenbrote) symbolisierten die wiedererstarkende Sonne, während Freudenfeuer und Strohpuppen den Sieg über Kälte und Dunkelheit darstellten. Nach der Christianisierung der Kiewer Rus im Jahr 988 n. Chr. schaffte die Kirche das Fest nicht ab, sondern integrierte es als Käsewoche (Сирна седмиця) in den liturgischen Kalender – die letzte Woche vor der Großen Fastenzeit, in der Fleisch bereits verboten ist, Milchprodukte, Eier, Butter, Käse und Fisch aber weiterhin erlaubt sind. So wurde diese Woche zu einer Zeit des Genusses von „erlaubten“ reichhaltigen Speisen vor dem 48-tägigen Fasten. In der Ukraine weist das Fest einzigartige regionale Besonderheiten auf: In der Westukraine und in Polissia war das Kolodiy-Ritual (bei dem ein Holzstamm als Symbol für Ehe und Familie verwendet wird) besonders verbreitet. In den zentralen und östlichen Regionen lag der Schwerpunkt auf Wareniki (gefüllten Teigtaschen) mit Käse, die von manchen als traditionell ukrainisch angesehen werden, als die Blini (Pfannkuchen), die während des Russischen Reiches und der Sowjetzeit populär wurden. Trotz der sowjetischen Unterdrückung religiöser Aspekte haben sich Volksbräuche wie Backen, Verwandtenbesuche und das Verbrennen von Strohpuppen bis heute erhalten und sind weiterhin verbreitet.

Wichtige Termine für Masleniza 2026

Die Termine für Masleniza variieren jährlich und hängen vom Osterfest ab. Im Jahr 2026, gemäß dem orthodoxen Kalender der Orthodoxen Kirche der Ukraine (PCU) und der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (nach deren Einführung des revidierten Julianischen Kalenders):

Masleniza dauert von Montag, dem 16. Februar, bis Sonntag, dem 22. Februar 2026.

Die große Fastenzeit beginnt am Montag, dem 23. Februar 2026. Ostern fällt auf den 12. April 2026.

Diese Woche wird in kirchlichen Kontexten oft Syrna Sedmytsia (Käsewoche) genannt. Der letzte Tag, der 22. Februar, ist Vergebungssonntag. An diesem Tag bitten und gewähren Gläubige Vergebung, um sich spirituell auf die Fastenzeit vorzubereiten.

Masleniza-Traditionen und -Bräuche in der Ukraine

Masleniza-Traditionen und -Bräuche in der Ukraine

Masleniza ist ein familienfreundliches Fest voller Herzlichkeit, Lachen und symbolischer Handlungen. Zu den wichtigsten Elementen gehören:

Hauptspeisen:

  • Mlyntsi (dünne Pfannkuchen) – goldgelb und rund wie die Sonne – serviert mit Sauerrahm, Butter, Honig, Marmelade, Käse oder herzhaften Füllungen.
  • Wareniki (gekochte Teigtaschen), gefüllt mit Quark, Kartoffeln oder Pilzen – gelten oft als besonders typisch ukrainisch.
  • Milchprodukte: Syrniki (Käsepfannkuchen), Grechany Mlyntsi (Buchweizenpfannkuchen), Borschtsch mit Fisch sowie reichlich Butter und Eier.

KOLODIY-Ritual (besonders in der Westukraine): Ein Holzstamm (Kolodka) wird montags „geboren“, dienstags „getauft“, Mitte der Woche „getraut“ und freitags/samstags „begraben“ oder spielerisch „geschlagen“. Unverheirateten jungen Leuten wurde der Stamm als humorvoller Hinweis auf die Heirat im nächsten Jahr umgebunden.

Tagesbräuche (traditioneller Wochenablauf):

  • Montag – Treffen / Zustrich (Beginn des Backens, „Geburt“ der Kolodka).
  • Dienstag – Flirten / Zahrayannya (Verabredung und Spaß der Jugendlichen).
  • Mittwoch – Genuss / Lasunka (Besuch des Schwiegersohns bei der Schwiegermutter).
  • Donnerstag – Feiern / Rozhulyay (größtes Fest mit Schlittenfahren und Spielen).
  • Freitag – Besuch bei der Schwiegermutter (der Schwiegersohn empfängt seine Schwiegermutter).
  • Samstag – Besuche von Schwägerinnen (Schwiegertöchter empfangen Verwandte).
  • Sonntag – Versöhnungssonntag (Gottesdienst, gegenseitige Entschuldigungen, Verbrennung der Winterfigur).

Verbrennung der Winterfigur:

Am Sonntagabend wird eine Strohpuppe der „Lady Maslenitsa“ (oft eine Strohfrau in alter Kleidung) unter Gesang, Tanz und Jubel in einem Freudenfeuer verbrannt. Die Asche wird als fruchtbarer Boden verstreut und symbolisiert das Ende des Winters und die Wiedergeburt des Frühlings.

Weitere Aktivitäten:

  • Besuch von Verwandten (insbesondere der angeheirateten Familie) mit gegenseitigem Essensaustausch.
  • Freizeitaktivitäten im Freien: Rodeln, Schneeballschlachten, Schaukeln, Jahrmarkt.
  • Wohltätigkeits- und Gemeinschaftsveranstaltungen, darunter auch Hilfe für Bedürftige.
     

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